Verleihung des 1. Berliner Tierschutzforschungspreises
Erstmalig wurde in Berlin der Tierschutzforschungspreis ausgeschrieben. Dotiert war er mit 15.000 EURO – gesponsert von den vfa (Die forschenden Pharmaunternehmen).
Unter zahlreichen Bewerbern hat die 5 köpfige Jury mit großer Übereinstimmung den Preisträger Dr. med. Andreas Hocke der Charité Campus Mitte – Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie - ausgewählt.
Hierbei handelt es sich um die
„Etablierung und Fortentwicklung eines humanen Lungengewebe-Infektionsmodell zur Reduktion und zum Ersatz von Tierversuchen in Maus-Pneumonie-Modellen“ (Lungenentzündung)
Hintergrund:
Die Lungenentzündung führt weltweit unter den Infektionserkrankungen zu den höchsten Todesraten. Deshalb werden große Anstrengungen im klinischen Bereich und in der Grundlagenforschung unternommen, Therapien zu entwickeln die Besserung und Heilung versprechen. Um das zu erreichen werden zahlreiche Versuche mit Mäusen durchgeführt.
Das Anliegen des Forschers ist es, mit einem humanen Lungeninfektionsmodell gezielt Tierversuche zu reduzieren und auch zu ersetzen.
Am 29. August war die Verleihung des Forschungspreises im Botanischen Museum durch die Senatorin Frau Katrin Lompscher.
Der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Franz Allert hob in seiner Eröffnungsrede hervor, dass mit der Vergabe des Tierschutzforschungspreises ein wichtiger Baustein gelegt wurde, den Tierschutz in der Forschung voranzubringen. Berlin ist führend im Bereich der Forschung und soll auch führend im Bereich des Tierschutzes sein.
Die Vizepräsidentin der FU Frau Prof. Dr. Schäfer-Korting gab einen interessanten Überblick über die Situation bei der FU. So sind dort 420 Professoren und davon 71 Juniorprofessoren tätig, 28 000 Studierende und 4000 Doktoranten.
Dr. Siegfried Throm, Geschäftsführer Forschung/Entwicklung/Innovation des vfa betonte, dass von den 30 000 bekannten Krankheiten nur 10 000 gut behandelbar sind. Die Behandlung des Patienten hat immer Vorrang. Tierversuche sind teuer, daher muss das Ziel sein, diese zu ersetzen. Diese Preisverleihung soll andere Forscher motivieren.
Der Preisträger Dr. Andreas Hocke stellte den
ca. 80 Teilnehmern der Veranstaltung Details seiner Forschungsarbeit vor. Er endete mit einem Zitat von Albert Schweitzer: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will“.
Dr. Hocke endete mit dem Zitat von Albert Schweitzer:
"Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will"
Das Berliner Tierschutzbündnis – vertreten durch Brigitte Jenner von den Tierversuchsgegnern Berlin und Brandenburg – gratulierte Dr. Hocke für die Auszeichnung seiner Arbeit. Sie betonte, dass das ein Schritt in die richtige Richtung ist, Tierversuche zu reduzieren bzw. zu ersetzen. Sie wünschte dem Preisträger weiterhin viel Erfolg in der Weiterentwicklung dieser Methode. Das Berliner Tierschutzbündnis hatte beschlossen, den Tierschutzforschungspreis um 5000 EURO zu erhöhen, wenn eine Methode prämiert wird, die einen ausschließlichen Ersatz zu Tierversuchen vorweist. So weitgehend ist diese Methode noch nicht.
Ein zweiter Höhepunkt der Preisverleihung war die Verleihung eines Zusatzpreises durch Prof. Dr. Horst Spielmann, Pharmakologie und Toxikologie, Institut für Pharmazie der FU Berlin an die
Lise-Meitner-Schule für die Arbeit:
„Umsetzung eines 3T3 Phototoxizitätstests mit Hypericin unter Schulbedingungen zur Ergänzung der Fachpraxis in der Ausbildung zum biologisch technischen Assistenten“

Die Preisträger sind Jennifer Weigt,
Nils Dommershausen und Florian Butke
In seiner Laudatio lobte Prof. Spielmann die Arbeit der Schüler/in. Sie haben anhand einer Schale mit Zellen und eines einfachen Apparates nachweisen können, wie sich durch Lichtzuführung eine Chemikalie verändert. Das ist besonders wichtig für Hautcremes zum Schutz vor Sonnenstrahlen.

Ein großes Lob diesen jungen Menschen, die sich damit beschäftigen, wie schon in der Ausbildung mit tierversuchsfreien Methoden gearbeitet und diese ausgebaut werden können.
Zu Ehren der Preisträger gab es im Anschluß an das Programm ein veganes Buffet.