Großer Erfolg für den Tierschutz
Presseerklärung vom 12.03.2007
Rechtskräftige Ablehnung der geplanten Affenversuche an der Charité in Berlin!
Senat nimmt Staatsziel Tierschutz im Grundgesetz ernst!
Die beantragten Affenversuche des
Prof. Alexander Thiele in der Hirnforschung wurden von der Genehmigungsbehörde aus ethischen Gründen abgelehnt. Die Behörde und Tierversuchskommission haben diese Linie von 1991 fortgesetzt. Bereits damals wurden vergleichbare Versuche mit Affen ebenfalls als ethisch nicht vertretbar eingestuft. Allerdings hatte dies auf Grund des fehlenden Staatsziels Tierschutz im Grundgesetz vor Gericht keinen Bestand.
Die Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg bedanken sich beim Senat, den Medien und allen Bürgerinnen und Bürgern für die große Unterstützung.
„ So viel Unterschriften, Verständnis und Zuspruch haben wir noch bei keiner anderen Aktion erhalten“, so Brigitte Jenner, Vorsitzende der Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg, „hier wurde ganz deutlich, dass nicht nur in breiten politischen und wissenschaftlichen Kreisen diese Versuche kritisch gesehen werden, sondern auch eine große Mehrheit der Bevölkerung diese umstrittenen Affenversuche ablehnt“.
Fakten und Hintergründe - Der Versuch
Die Versuche an den Affen laufen im Grunde genommen immer nach dem gleichen Muster ab: Die Tiere werden trainiert in den Primatenstuhl zu gehen. Nur dort erhalten sie die lebensnotwendige Flüssigkeit. Sie gehen ohne Gewaltanwendung hinein, denn sie leiden unter starken Durst. Nach der Trainingsphase wird der Kopf der Tiere mit den im Schädel eingesetzten Schrauben am Primatenstuhl befestigt. Das Ziel: keinen Millimeter sollen die Affen ihren Kopf bewegen können. Die im Gehirn der Affen implantierten Elektroden werden mit einem elektronischen Aufzeichnungsgerät verbunden, um die Ergebnisse später auszuwerten.
Beispiel: Der Primatenstuhl wird in eine geschlossene dunkle Box geschoben, in der sich ein Monitor befindet. Die Tiere müssen sich Bilder z. B. von Obst oder Gemüse einprägen und bei Wiedererkennung eine entsprechende Taste drücken. Drücken sie die richtige Taste, erhalten sie einen Tropfen Saft oder Wasser. So „arbeiten“ die Affen ununterbrochen, sie wollen ihren Durst stillen. Diese Prozedur müssen die Tiere mehrmals in der Woche bis zu jeweils sechs Stunden ertragen.
Die Öffnung der Schädeldecke zum Einsetzen der Elektroden und Steckkontakte ist für die Affen mit erheblichen postoperativen Schmerzen verbunden. Die stundenlange Fixierung des Kopfes, der Flüssigkeitsentzug und die Unterbringung in kleinen Käfigen ist für die in Sozialgruppen lebenden, sehr bewegungsfreudigen Tiere schwerste Quälerei.
Durchgeführte Studien an der Universität Marburg haben ergeben: Menschen, die sich freiwillig am Kopf fixieren ließen, baten nach 20 Minuten darum, befreit zu werden, weil sie diese Situation nicht länger ertragen konnten. Die Tiere aber werden stundenlang dazu gezwungen.