Keine neuen Affenversuche in Berlin
Presseerklärung
Die Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg e.V. wenden sich in aller Schärfe gegen neue Affenversuche in Berlin, wie sie jetzt von einem Forscher der Charitè beantragt worden sind. Seit
ca. 10 Jahren finden vergleichbare Versuche erfreulicherweise in Berlin nicht mehr statt, nachdem die Genehmigungsbehörde 1992 nicht zuletzt auf unsere Proteste hin die ethische Unvertretbarkeit solcher Versuche selbst festgestellt hatte. Affenversuche sind unter Tierschutz-Gesichtspunkten in jedem Fall abzulehnen, weil sie für diese hoch entwickelten Tiere in besonderem Maße grausam sind.
Die Beschreibung eines Versuches in der Hirnforschung
Diese Versuche werden vorwiegend mit Rhesusaffen durchgeführt. Den Affen wird in einer Operation die Schädeldecke geöffnet, um Elektroden zur Ableitung der Hirnströme zu implantieren, die dann beim Versuch an ein Meßgerät angeschlossen werden, um bestimmte Nervenreaktionen zu messen. Die Versuchsdurchführung findet im sogenannten Primatenstuhl statt. Die Tiere werden festgeschnallt und ihr Kopf wird während des mehrstündigen Versuches fixiert. Das ist eine ganz besonders grausame Tortour, die die Affen zur Bewegungsunfähigkeit zwingt.
„Versuche mit freiwilligen menschlichen Probanden haben ergeben, dass diese bereits nach 20 Minuten die Fixierung des Kopfes als unerträglich empfanden und baten, befreit zu werden“, so Brigitte Jenner, die Affen müssen diese Unerträglichkeit stundenlang erleiden. Das können und dürfen wir nicht zulassen“.
Diese Affenversuche sind selbst in wissenschaftlichen Kreisen sehr umstritten und werden sogar von vielen tierexperimentell arbeitenden Forschern abgelehnt.