Neues zu Alternativen zu Tierversuchen
Schleimhautreiztest - Draize-Test - Hautreizungstest
Kosmetische und medizinische Inhaltstoffe werden in das Auge des Kaninchens geträufelt oder auf die rasierte Haut eingerieben, um deren Unbedenklichkeit zur dokumentieren. Je nach Schädigung des Auges oder der Haut wird der Stoff dann als harmlos oder gefährlich eingestuft.
Am 22. Juni 2010 hat nun endlich die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (
OECD) 3 neue tierversuchsfreie Methoden zur Prüfung der Hautreizung anerkannt. Bis auf wenige Ausnahmen kann dadurch auch der grausame Draize-Test abgeschafft werden.
Neue Studie zu Alternativen veröffentlicht
Eine von der Europäischen Kommission geförderte
EU-Forschergruppe veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe des Journals „Reproductive Toxicology“ eine Studie, in der sie die schädigenden Wirkungen von Chemikalien auf die Fortpflanzung zuverlässig mit tierversuchsfreien Methoden ermittelte.
Im Rahmen des EU-Projektes ReProTect testeten die Wissenschaftler in einer Blindstudie acht Chemikalien, deren giftige Wirkungen auf die Fortpflanzung bereits aus Tierexperimenten bekannt sind. Da es sich bei der Reproduktionsbiologie um einen äußerst komplexen Bereich handelt, entwickelten die Forscher einen völlig neuartigen Ansatz. Statt sich auf einen einzigen Test zu stützen, wurde auf eine Kombination von 14 verschiedenen Testsystemen zurückgegriffen. Erst mit dieser Methodik war es möglich, die schädigenden Wirkungen der Chemikalien korrekt vorherzusagen. Ebenso konnten zwei harmlose Kontrollsubstanzen eindeutig mit dieser tierversuchsfreien Testbatterie identifiziert werden.
Die Politik ist hier gefordert, unverzüglich diese neuen Testverfahren im
REACH-Programm anzuwenden. Die Tierversuche zu
REACH sind in diesem Jahr in Europa angelaufen.
Zu ReProTect: Bei ReProTect handelt es sich um ein EU-Projekt des sechsten Forschungsrahmenprogramms, bei welchem 35 Partner aus Forschung, Industrie und Regierungsinstitutionen über einen Zeitraum von fünf Jahren an der Entwicklung von Alternativen zum Tierversuch im Bereich der Reproduktionstoxikologie arbeiten.
Quelle: Auszüge PM Menschen für Tierrechte 04.08.2010