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13.12.2011
Bundesregierung verleiht Tierschutzforschungspreis
Zum 30. Mal wurde der mit 15.000 EURO dotierte Tierschutzforschungspreis für Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch durch das Bundesministeruim für Ernährung, Landwirschaft und Verbraucherschutz verliehen.
Ihn teilen sich ein Wissenschaftler der Beiersdorf AG und eine Forschergruppe der Universität des Saarlandes. Beide haben jeweils Tierversuchsersatzverfahren entwickelt haben.
Dr. Jörn-Hendrik Reuter, Abteilungsleiter der Beiersdorf AG, erhält die Auszeichnung für die Entwicklung eines Tests zur Ermittlung von Substanzen, die Hautallergien hervorrufen können. Hierzu züchtete Reuter aus Blutzellen des Menschen (Monozyten) Immunzellen (dendritische Zellen), mit deren Hilfe das allergische Potenzial von Substanzen ermittelt werden kann. Dieser Test ist ein weiterer Baustein innerhalb einer Testreihe zur Identifizierung Haut-sensibilisierender Stoffe. Bislang werden die Prüfsubstanzen Meerschweinchen in die Haut gespritzt, um das Immunsystem der Tiere zu stimulieren. Bei einer allergischen Reaktion kommt es zu schmerzhaften Hautentzündungen. Durch die Anwendung der neuen Methode ließen sich die Tierversuche weiter reduzieren.
Die drei saarländischen Preisträger Prof. Dr. Claus-Michael Lehr, Dr. Eva-Maria Collnot und Fransisca Leonard werden für ihre Entwicklung eines dreidimensionalen Ko-Kulturensystems, bestehend aus verschiedenen Zelltypen (Enterozyten, Monozyten und dendritische Zellen), ausgezeichnet. Mit dem in vitro-Modell lässt sich vor allem der Einsatz von Ratten und Mäusen in schmerzhaften Medikamententests bei Darmentzündungen ersetzen. Diese Darmentzündungsprozesse lassen sich nun künstlich erzeugen. So kann die Veränderung der Zellbarriereeigenschaften bei einer Medikamentengabe untersucht werden. Das Forscherteam erhielt hierfür auch den diesjährigen Tierschutz-Forschungspreis von Rheinland-Pfalz.
Quelle: Pressemitteilung
Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Verleihungsort:
BfR - Bundesinstitut für Risikobewertung
Verliehen wurden diese Preise im Rahmen eines zweitägigen Forums vom 13. – 14. Dez 2011 zum Thema „Schutz der Versuchstiere – Welche Rolle spielt das Refinement?“. Hier stellten Forscher aus verschiedenen europäischen Ländern ihre Forschungsergebnisse zu verbesserten Haltungsbedingungen, Erkennung von Schmerzen und den Umgang mit Versuchstieren vor.
Die Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg gratulieren den Preisträgern und hoffen, dass ihre Methoden so ausgereift werden, dass sie zur Validierung eingereicht werden können.
Themen: Alternativmethoden
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Glossar
- BfR
- BfR - Bundesinstitut für Risikobewertung - ist eine Bundesbehörde, die eingerichtet wurde, um eine Risikobewertung in bezug auf Lebensmittel, Futtermittel, Chemikalien und Bedarfsgegenstände und andere verbrauchernahe Produkte zu gewährleisten. Ihm unterliegt u. a. auch die Zulassung von Arzneimitteln und Chemimkalien. Angegliedert ist die ZEBET.
- in vitro
- in vitro (lateinisch für im Glas) bezeichnet Vorgänge, die außerhalb des lebenden Organismus stattfinden.
- in vitro erklärt bei Wikipedia öffnet neues Fenster.
- Validierung
- Anerkennung und Erklärung der Gültigkeit einer Methode.