65.000 Menschen sagen "Nein!" zu den Affenversuchen an der Berliner Charité
Presseerklärung
Berlin, 8. Dezember 2006
Berliner Tierschützer haben am heutigen Freitag ein deutliches Zeichen gegen sinnloseTierversuche gesetzt: Mehr als 65.000 Unterschriften wurden vom Tierschutzverein für Berlin und Umgebung e. V.,von den Tierversuchsgegnern Berlin und Brandenburg e. V. sowie vom Deutschen Tierschutzbund e. V. an Berlins Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper (SPD) übergeben. Der Parlamentschef nahm die Listen in Pakete gebündelt in Empfang.
Unter dem Motto "Gemeinsam gegen Affenversuche" hatten die drei Vereine seit Anfang 2006 gegen die an der Charité geplanten Affenversuche mobil gemacht. Während die Tierversuchsgegner auf die Straße gingen und bei Aktionen rund um den Breitscheidplatz und anderen belebten Gegenden die Öffentlichkeit über das geplante Primatenforschungsvorhaben
informierten, wurde der Berliner Tierschutzverein vor allem mit einer poltischen Kampagne aktiv, veröffentlichte mehrseitige Zeitungsbeilagen und Flyer.
"Diese Affenschande muss verhindert werden",erklärt Wolfgang Apel, der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes
sowie des Tierschutzvereins für Berlin den großen Aufwand. Mit den jetzt überreichten Unterschriften ist der Kampf aber nicht beendet, denn: Obwohl die für Tierversuche zuständige Kommission - angesiedelt bei der Senatsverwaltung für Gesundheit - diese Versuche abgelehnt hat, geht der Protest weiter.
"Wir kämpfen solange, bis diese tierquälerischen und ethisch absolut unvertretbaren Affenversuche endgültig vom Tisch sind", so Brigitte Jenner, die Vorsitzende der Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg.
Dass die Vereine weiterhin in Sorge sind, hängt mit dem Prozedere zusammen. Denn der Wissenschaftler Alexander
Thiele, der die Versuche beantragt hatte, darf noch Widerspruch gegen die Ablehnung einlegen. Thiele, ein Neurobiologe,
hatte im Februar dieses Jahres um Erlaubnis für seine umstrittenen Versuche gebeten. Die beiden Tierschutzvereine und der Deutsche Tierschutzbund lehnen die Experimente vor allem aus ethischer Sicht ab.
Dabei wird den Affen lebensnotwendige Flüssigkeit verweigert, um sie in den Primatenstuhl zu zwingen. Ihnen wird der
Schädel aufgebohrt, um Messinstrumente zu installieren. Über Jahre hinweg müssen sie täglich stumpfsinnige Aufgaben
am Bildschirm lösen. Dabei besitzen die Tiere das Empfinden eines zweijährigen Kindes. Das Ziel der Versuche ist die Erforschung neurologischer Krankheiten beim Menschen.
"65.000 Unterschriften sind ein großer Erfolg für die hauptstädtischen Tierschützer", meint Wolfgang Apel. Dies zeige eine breite Ablehnung dieser und anderer Tierversuche. "Berlin liegt bundesweit an der Spitze von Tierversuchen",weiß Brigitte Jenner und verweist auf jüngst von der Senatsgesundheitsverwaltung veröffentlichte Zahlen.
Demnach stieg die Zahl der bei Experimenten eingesetzten Tiere von 270.000 im Jahr 2004 auf 283.000 im Jahr 2005.
Beide Tierschutzvereine werden zusammen mit dem Deutschen Tierschutzbund weiter aktiv gegen diese häufig mit Steuergeld subventionierte Tierqual vorgehen.
Foto: Bodo Friesecke