Vortrag des amerikanischen Philosophen Prof. Tom Regan
Der offizielle Auftakt des Wochenendes am Samstag war ein Vortrag von
Prof. Tom Regan. Mit fast 300 Teilnehmern war der Saal des
Bildungswerks der ev. Kirche Berlin und Brandenburg ausgebucht. In
einer lebendigen Vortragsweise vermittelte der Philosoph den Zuhörern
seine Thesen zu Tierrechten. Der Rückblick auf sein eigenes Leben
spiegelt einen starken Bewußtseinswandel wieder. Als junger Mensch
hatte er im Biologieunterricht Tiere aufgeschnitten, verdiente sich
sein Geld als Fleischer und schenkte seiner Frau eine Pelzmütze. Tom
Regan und seine Frau Nancy gehörten zu den Antikriegsaktivisten des
Vietnamkrieges und engagierten sich gegen Gewalt. Durch das Lesen von
Büchern über Gandhi, in denen es um Gewalt ging - wurde ihm bewußt, daß
auch der Inhalt seines Kühlschrankes - durch die toten Körperteile von
Tieren - Gewalt ist. Diese Einsicht veranlaßte ihn, sich auch für die
Rechte der Tiere einzusetzen, die er bereits 1982 mit seinem Buch "The
Case for ANIMAL RIGHTS" in die Öffentlichkeit brachte. Tom Regan regte
an, Bücher über Gandhi zu lesen. Gandhi war seine Inspiration.
Tom Regan sagte uns: er ist gekommen, weil er weiß, daß wir gemeinsam
an bestimmte Dinge glauben und gemeinsame Hoffnungen haben. Das, an was
wir glauben, können wir ganz einfach beschreiben, nämlich:
"Tiere haben grundlegende moralische Rechte. Sie haben das Recht
auf Freiheit, auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Ganz einfach -
und unsere gemeinsamen Hoffnungen sind ebenso einfach. Wir arbeiten
daran, alle Tiere aus den Klauen der menschlichen Tyrannei zu befreien.
Unser Ziel ist es, nicht die Ungerechtigkeit zu reformieren, sondern
sie abzuschaffen, Wir werden nicht zufrieden sein, wenn die Tiere in
größeren Käfigen leben. Wir werden erst dann zufrieden sein, wenn alle
Tiere überall aus allen Käfigen heraus sind, dann können wir uns
ausruhen - bis zu diesem Tag müssen wir soviel arbeiten, gibt es soviel
Unvorstellbares zu tun, bis wir unser wirkliches Ziel, der absoluten
Freiheit für Tiere erreicht haben. Aber dieser Tag wird kommen!" : so Tom Regan.
Sein Weg zur Verwirklichung der Tierrechte ist: Aufklären - Aufklären - Aufklären!!!
Tom Regan bezeichnet uns als Botschafter aller Tiere - wir sprechen für sie.
Wir
Aktivisten müssen die Menschen überzeugen, daß Tiere Rechte haben. Sie
haben das Recht auf Freiheit, denn es ist ihre Freiheit - sie haben das
Recht auf Leben, denn es ist ihr Leben - sie haben das Recht auf
Unversehrtheit, denn es ist ihr Körper. Wir haben nicht die Freiheit
den Tieren diese Rechte zu nehmen. Wir müssen die Menschen überzeugen,
den ersten Schritt zu tun, denn wer den einen Schritt tut, macht auch
den zweiten und den dritten. Tiere haben nicht nur eine Biologie,
sondern eine Biographie - sie nicht etwas, sie sind jemand - sie sind
nicht nur physisch, sondern auch physiologisch. Sie sind wie wir. Tiere
haben das Recht geachtet zu werden.
Tiernutzer mögen uns nicht und bezeichnen uns als Extremisten
. Tom Regan sagt, er ist ein Extremist, denn er ist nicht nur ein bisschen für die Rechte der Tiere, sondern ganz.
Mit verschiedenen praktischen Beispielen gibt Tom Regan, wie er sagt,
seine kurze Antwort zu Tierrechten - seine lange Antwort steht in
seinem Buch "The Case for ANIMAL RIGHTS", das demnächst auch in
deutscher Sprache erscheinen wird.