Verleihung des 4. Berliner Tierschutzpreises
Pressemitteilung
150 Tierfreunde besuchen Tierschutztag/ Brigitte Jenner und die Feuerwehr erhalten den Berliner Tierschutzpreis
Berlin, 27. August 2011 –
Rund 150 Tierfreunde haben am Sonnabend den vierten Berliner Tierschutztag im Bürgersaal des Rathauses Zehlendorf besucht. Das teilte das Berliner Tierschutzbündnis – ein Zusammenschluss aus dem Bund gegen Missbrauch der Tiere, dem Tierschutzverein für Berlin sowie den Tierversuchsgegnern Berlin und Brandenburg – mit. Der Tag war von Berlins Landestierschutzbeauftragten
Dr. Klaus Lüdcke organisiert und von Berlins Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher eröffnet worden. Gleichzeitig wurde zum vierten Mal der Berliner Tierschutzpreis verliehen. Er geht in diesem Jahr an Brigitte Jenner von den Tierversuchsgegnern Berlin und Brandenburg. Mit Ehrenpreisen wurden die Berliner Feuerwehr und der Tierschützer Heinz Knaut ausgezeichnet.
In ihrer Eröffnungsrede würdigte Lompscher das Engagement der ehrenamtlichen Tierschützer. Gemeinsam mit Barbara Loth, Bezirksstadträtin in Steglitz-Zehlendorf, übergab sie an Brigitte Jenner von den Tierversuchsgegnern Berlin-Brandenburg e.V. den Tierschutzpreis. Lompscher würdigte die Zehlendorferin für ihre Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit. In ihrer Laudatio sagte Lompscher: „Mehr gelebter Tierschutz ist eigentlich gar nicht möglch.“ Die Ehrenpreise gingen an die Berliner Feuerwehr, die jedes Jahr mehr als 1.000 Mal zu tierischen Einsätzen ausrückt, und an Heinz Knaut aus Köpenick, der sich rührend um ausgesetzte, frei lebende Katzen kümmert.
Im Anschluss an die Preisverleihung gab
Dr. Brigitte Rusche, Leiterin der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes, einen kritischen Überblick über die wichtigsten Tierschutzthemen. „Es kann nicht sein, dass die Zahl der Tierversuche in Berlin weiter steigt, obgleich auch die Zahl der Alternativmethoden deutlich zugenommen hat“, so die Wissenschaftlerin. Danach stellten sich die vom Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien den drängendsten Tierschutzfragen. TV-Moderatorin und Tierschutzbotschafterin Ines Krüger fühlte den Abgeordneten damit wenige Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl auf den Zahn.
4. Berliner Tierschutzpreis – die Preisträger:
Brigitte Jenner,
Trägerin des Tierschutzpreises 2011
Mit ihren MitstreiterInnen steht sie bei Wind und Wetter auf der Straße, um Unterschriften gegen Tierversuche und Tierquälerei zu sammeln. Sie organisiert die legendären Demos auf dem Kudamm zum Welttierschutztag. Und sie erhebt ihre Stimme, wenn Politik und Forschung über Tierversuche diskutieren: Brigitte Jenner engagiert sich seit mehr als zwei Jahrzehnten aktiv für den Tierschutz. So aktiv, dass die inzwischen berentete Berlinerin damals nur noch Teilzeit arbeitete, um die vielen Aufgaben der Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg zu bewältigen. Immerhin stand sie dem Verein mit Sitz in Charlottenburg mehr als 20 Jahre als erste Vorsitzende vor und gab den Tierversuchsgegnern ein Gesicht. Inzwischen hat sie diese Funktion einer jüngeren Mitstreiterin überlassen. Doch wo es geht, ist Brigitte Jenner mit von der Partie, um dem Tierschutz eine Stimme zu geben.
Berliner Feuerwehr
Ehrenpreisträgerin
Berlin ist die Stadt der Tiere, und vor allem der Füchse. Ein junger Fuchs löste im Mai dieses Jahres sogar einen Feuerwehreinsatz aus. Das junge Tier hatte sich, etwas unvorsichtig, in einer Kleingartenanlage in Neukölln an einer Würstchendose zu schaffen gemacht und diese genüsslich ausgeleckt. Als der Metallbehälter keine Nahrung mehr enthielt, beschloss der Fuchs den geordneten Rückzug. Doch der Fuchs hatte die Rechnung ohne die Dose gemacht – Reinecke bekam den Kopf nicht mehr aus dem Behälter! Kleingärtner alarmierten daraufhin die Berliner Feuerwehr, die das Tier aus der misslichen Lage befreite. Immerhin: Allein 2010 rückten die Lebensretter der Berliner Feuerwehr mehr als 1.000 Mal zu tierischen Einsätzen aus, befreiten Schwäne von Angelhaken und verschafften Katzen, die nicht mehr von Bäumen herunter kamen, festen Boden unter den Pfoten.
Heinz Knaut
Ehrenpreisträger
Sein ganzes Leben schon kümmert sich Heinz Knaut aus Köpenick um junge, alte, kranke, verletzte, ausgesetzte Katzen. Gemeinsam mit den Tierfreunden Michael Gabriel und Peter Böhlke versorgen sie die Samtpfoten im Katzengarten Grünau, in ihren eigenen Wohnungen und in den Quartieren von Menschen, die sich auf Grund ihres Alters nicht mehr um ihre Tiere kümmern können. Angefangen hatte Knaut – ehemaliger Berufskraftfahrer und Automechaniker – 1994 nach dem Abzug der russischen Truppen in Karlshorst. Damals hinterließen die Militärs mehr als 140 ehemalige Stubentiger. Knaut und seine Mitstreiter siedelten die Tiere in den Katzengarten um – ein Grundstück, das sie von einer alten Dame gepachtet hatten. Knaut hatte bis dato schon Berührung mit dem Tierschutz, denn für den Tierschutzverein für Berlin ist er Tierinspektor und sucht in seiner Freizeit vermittelte Tierheim-Tiere auf.
Foto: Brigitte Jenner (l.) erhielt am Sonnabend den Berliner Tierschutzpreis von Senatorin Katrin Lompscher.
Foto: Marcel Gäding (Verwendung honorarfrei)
Weitere Infos: Marcel Gäding (Tierschutzverein für Berlin, Tel. 01609/7688800)
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