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30 Jahre Tierversuchsgegner Berlin und Brandenburg e. V.
1979 - 2009
Was haben wir erreicht?
Diese Aufzählungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit - sie sind ein Überblick der wichtigsten Ergebnisse.
Auf politischer Ebene
Bundesweit
Einrichtung der ZEBET (Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Alternativen zum Tierversuch)
Staatliche Finanzierung von Alternativforschungen seit 1985
Berufung von Tierversuchskommissionen zur Beratung der Behörde bei genehmigungspflichtigen Tierversuchsvorhaben
Ernennung von Tierschutzbeauftragten in Einrichtungen mit tierexperimenteller Forschung zur Überwachung der Tierschutzvorschriften
Verbesserungen der Haltungsbedingungen für Versuchstiere
Berufung von Tierschutzbeiräten – Gremien, die Tierschutzbelange
durchsprechen und Forderungen dazu stellen
Ernennung von Landestierschutzbeauftragten
Erstellung von Tierschutzberichten der Bundesregierung. Hier werden alle Bereiche der Tiernutzung aufgeführt und detailliert beschrieben
Durchsetzen von Tierschutzforderungen in der Landespolitik
2007 Bremen - Verbandsklagerecht für Tierschutzvereine
2008 Bremer Senat lehnt Hirnforschung an Affen ab
Verankerung des Tierschutzes in den Verfassungen der Bundesländer und seit 2002 auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
In Berlin und Brandenburg
Erstmalig in Deutschland wurden 1992 aufgrund unserer massiven Proteste von der Genehmigungsbehörde aus ethischen Gründen zwei Tierversuchsvorhaben in der Grundlagenforschung gestoppt. Das bedeutete: Verbot von zwei über zehn Jahre laufenden Versuchsreihen in der Hirnforschung. Hierfür wurden jährlich jeweils ca. zwölf Rhesus- und Javaneraffen eingesetzt. Die Rhesusaffen saßen ½ Jahr ununterbrochen im Instrumentalkäfig, die Javaneraffen täglich bis zu sechs Stunden im Primatenstuhl – mit dem Kopf fixiert und somit zur Bewegungsunfähigkeit verurteilt.
Beide Versuchsreihen waren mit schwersten Leiden für die Affen verbunden!
Verankerung des Tierschutzes in der Berliner Verfassung
Herausgabe eines Tierschutzberichtes, speziell für Berlin
2007 erneute Ablehnung eines Versuchsantrages zur Durchführung von Hirnforschung an Rhesusaffen an der Charitè Berlin
2007 Ernennung eines Landestierschutzbeauftragten
Auf wissenschaftlicher Ebene
Beginn und Ausbau einer Alternativforschung
Abschaffung des klassischen LD 50-Tests und anderer Testmethoden weltweit – durch Einsatz von tierversuchsfreien Methoden. Allein in der Arzneimittelforschung wurden noch vor 25 Jahren allein in Deutschland rund 4 Millionen Tiere jährlich mehr verbraucht als heute. Der Rückgang ist nur durch den Einsatz von Alternativen zu verzeichnen.
Verbot von Tierversuchen für kosmetische Endprodukte zuerst in Deutschland und dann in der EU
Änderung der europäischen Kosmetikrichtlinie
D. h., ab März 2009 Verbot von Tierversuchen für kosmetische Inhaltstoffe in Europa - für einige Testreihen jedoch wurde der Termin auf 2013 festgelegt. Hier warten wir auf genaue Ausführungsvorschriften!
Auf öffentlicher Ebene
Berichterstattung in Funk, Fernsehen und Printmedien
Immer mehr Wissenschaftler äußern sich kritisch zu Tierversuchen
Immer mehr Menschen stellen Tierversuche in Frage
Trotzdem nehmen die Versuchstierzahlen von Jahr zu Jahr zu.
In den vergangenen Jahren ist der Anstieg der Versuchstiere durch den Einsatz transgener Tiere und andere Bereiche in der Grundlangenforschung zurückzuführen. Eine Zunahme der gentechnisch veränderten Tiere ist auch in anderen europäischen Staaten zu verzeichnen.
Nur durch ein gemeinsames und engagiertes Handeln von Wissenschaftler/innen und politisch Verantwortlichen können Tierversuche reduziert werden. Wir erwarten ein konsequentes Umsetzen der Staatsziele Umwelt- und Tierschutz - verankert im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.
Wir fordern die Wissenschaftler/innen auf, ihre Forschung auf tierversuchsfreie Methoden zu konzentrieren.
Wir fordern die Politiker/innen auf, tierversuchsfreie Forschung wesentlich höher zu fördern.
Glossar
Biomedizinische Grundlagenforschung
Eine noch ungeklärte Fragestellung im medizinischen oder chemischen Bereich kann am lebenden Tier erforscht werden. Hierbei geht es darum, Geschehnisse im lebenden Organismus zu erkennen und ein Grundverständnis darüber zu erhalten. Grundlagenforschung erhebt nicht den Anspruch auf den Menschen übertragbar zu sein.
Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch.
Hier werden Alternativmethoden entwickelt, gefördert und Validierungstudien koordiniert.
Kooperation mit nationalen und internationen Institutionen, die Forschung, Validierung und nternationale Akzeptierung von Alternativen fördern.
Die ZEBET unterhält eine medizinische Datenbank, die einen Überblick über tierversuchsfreie Methoden weltweit zugänglich macht.